NPL Etappe 12.1: Von Abisko durch den Rohkunborri Nationalpark nach Innset (64 Kilometer)


Nach unserem kleinen Ausflug nach Schweden geht es für uns zurück nach Norwegen. Irgendwie fühlt sich das inzwischen fast wie Heimkommen an. Wären da nicht direkt hinter der Grenze die nassen Steine, der Matsch und das steile Gelände, hätten wir glatt vergessen können, wo wir sind.

Auf den 64 Kilometern von Abisko über die Lappjordhytta bis nach Innset zeigt sich aber noch etwas anderes ziemlich deutlich: Der Sommer (den es nie gegeben hat) ist vorbei. Das Fjell leuchtet orange und golden, der Wind wird kälter und in Innset wartet unser letztes Versorgungspaket auf uns, inklusive wärmerer Kleidung und neuer Schuhe.

Fast 2.000 Kilometer liegen mittlerweile hinter uns. Und während wir durch den Rohkunborri Nationalpark laufen, ein Hermelin treffen, einen Steinadler beobachten und schließlich zwischen ziemlich vielen Huskys landen, fühlt es sich zum ersten Mal so richtig danach an: Wir sind im hohen Norden angekommen.

Und offenbar hat der Herbst beschlossen, uns dort persönlich zu begrüßen. Natürlich mit Regen.


NPL Statistik

  • Mückenbarometer: 0/10
  • Übernachtungen:
    • Zeltübernachtung: 0
    • Hüttenübernachtung: 2
    • Sonstige Unterkünfte: 1
  • Flussüberquerungen: 9
  • Tage ohne Regen: 0
  • Müsliriegel:
    • Elster: 2
    • Fuchs: 2
  • Waffeln: keine
  • „Es ist nicht mehr weit“, obwohl es noch weit war: einmal
  • Bonusmeter aufgrund Orientierungskompetenz oder Wegfindungsschwierigkeiten: keine
  • Rentiere/Elche: 25 Rentiere
  • Gelaufene Blasen: 0
  • Anzahl Duschen: einmal
  • Ohrwurm der Woche: keine😁

Gesamtkilometer: 1972,5 Kilometer

Tierbeobachtungen: Steinadler, ein winziger Frosch, ein Hermelin


Tag 106 – 29. August 2026 (Ruhetag)

Heute ist Ruhetag und das heißt: Ausschlafen. Erst gegen kurz vor 10 Uhr werde ich wach und der Fuchs ist quasi schon am Frühstück vorbereiten. Der Hunger will gestillt werden! Wir frühstücken also eine halbe Ewigkeit, um dem Kaloriendefizit der letzten Tage entgegenzuwirken. Der Fuchs packt mittlerweile Sahne in seinen Joghurt.



Der Wind heult heute um die Unterkunft und die holzigen Wände knarzen laut um uns herum. Bin ich froh nicht heute schon weiter zu müssen. Wir setzen uns dann an die weitere Routenplanung und an den Verpflegungsplan für die kommenden Tage.

Das ist leider etwas knifflig. Ich Schlaumeier habe nämlich im Abreisechaos nicht genau dokumentiert, wie viel Essen in unserem letzten Versorgungspaket in Innset ist, wo wir in zwei Tagen ankommen werden. In Innset gibt es aber kein Lebensmittelgeschäft mehr und bis nach Kilpisjärvi müssen wir mit dem Essen hinkommen.

Wir entscheiden uns letztlich, dem Team von der Huskyfarm zu schreiben, ob sie uns Fotos vom Inhalt schicken können. Leider habe ich alles so gut verpackt, dass die Fotos nur teilweise helfen. Wir erkennen aber sechs Abendessen, ein paar Snacks und auch ein paar Dinge, die fürs Mittagessen gedacht sind. Entsprechend kaufen wir nur das fehlende Essen ein. Es wird schon passen.

Anschließend zeigt uns der Huskytrainer noch die Fläche, auf der die Huskys leben. Sobald wir um die Ecke biegen, geht ein ohrenbetäubender Lärm los – die Huskys wissen, dass sie jetzt aus ihren Käfigen dürfen. Wir bleiben aber hinter der Abspannung. Der Trainer meinte, ich sollte meine Daunenjacke nicht dem Risiko der Pfoten aussetzen. Wir haben aber auch von hier aus eine gute Sicht.



Den restlichen Nachmittag verbringen wir noch mit Blogs lesen und Vorbereitung der nächsten Etappe. Anschließend geht es abends in die Sauna. Die ist nämlich von 20-21 Uhr geöffnet. Wir sitzen mit ein paar anderen Hostelgästen zusammen und haben einen richtig geselligen Abend dort, während der Wind weiter ums Haus pfeift. Danach falle ich vollkommen k.o. ins Bett und würde bis zum Wecker durchschlafen.


Tag 107 – 30. August 2026 (26,5 Kilometer)

Heute morgen machen wir uns gegen halb 9 Uhr auf den Weg. Der Wind hat etwas nachgelassen und wir freuen uns, dass es draußen fast noch etwas warm ist. Entsprechend verschwinden die Regen- und Windjacken ziemlich schnell wieder in den Rucksäcken.

Obwohl wir ja nun gar nicht so viel Essen dabei haben, fühlen sich unsere Rucksäcke wieder unglaublich schwer an. Der Fuchs tut sich heute Vormittag deswegen besonders schwer und klagt über Hüftschmerzen. Nach ein paar Kilometern haben sich die aber zum Glück weggelaufen.

Der Weg ist heute Vormittag richtig toll zu gehen. Wir sind auf dem Rallarvägen unterwegs, der die meiste Zeit als breiter Kiesweg oder schöner Waldweg durch das herbstliche Blättermeer führt und wir haben die meiste Zeit einen tollen Ausblick auf den See Torneträsk.

Wir wollen heute zurück nach Norwegen laufen. Unser Tagesziel ist die DNT Hütte Lappjordhytta auf norwegischer Seite. Sobald wir in Norwegen sind, werden wir für einen Tag durch den Rohkunborri Nationalpark laufen.

Der Rallarvägen ist auf jeden Fall ein traumhaft schöner Weg entlang des Sees Torneträsk. Schön, hier oberhalb der Straße zu laufen und gleichzeitig von ihr nichts mitzubekommen.

Wir sind ganz begeistert von den knalligen Herbstfarben. Hier sind nun auch die ganzen Bäume schon ganz goldfarben gefärbt und der Weg ist mit gelben Farbtupfern übersät.



Es macht richtig Spaß hier zu laufen. Nach 15 Kilometern kommen wir an einem Unterstand am See vorbei, den wir für die Mittagspause nutzen.

Mittlerweile hat uns der Regen doch eingeholt und es wird wieder kälter. Den Wind hat er nämlich auch mitgebracht.

Nach einem kurzen Stück weiter durch den Wald, kreuzen wir ein letztes Mal die Straße und kommen auf einen etwas anstrengenden Weg: Hier ist es nun vorbei mit dem breiten Kiesweg und wir dürfen wieder über hohe, nasse Steine klettern, auf rutschigen Planken balancieren und durch Schlamm stapfen. Und dabei geht es stets bergauf und bergab. Eine Landschaft, die das Wanderherz höher schlagen lässt!

Jetzt ist es jedenfalls vorbei mit dem entspannten Wandern und wir sind wieder sehr viel langsamer unterwegs. So brauchen wir fast drei Stunden für die nächsten acht Kilometer, bis wir endlich die letzte schwedische Schutzhütte, die Pålnostugan, erreichen. Der Weg direkt vorher erinnert uns total an das steinige, rutschige Ufer des Loch Lomond auf dem West Highland Way.

Die Hütte liegt nah am Ufer des Torneträsk und wir wollen hier eine letzte Pause machen, bevor es an den Aufstieg zur DNT Hütte Lappjordhytta geht.

Die Pålnostugan ist etwas spärlich eingerichtet, aber reicht vollkommen aus, um hier mal eine Nacht zu verbringen: Es gibt Betten, einen Kamin und eine Kochstelle. Also alles, was man braucht.



Wir sind irgendwie beide etwas kaputt, aber die Pause vom Wind draußen tut uns nochmal richtig gut und es sind jetzt auch nur noch knapp drei Kilometer. Der erste Teil vom Aufstieg durch den Wald ist dann schnell gemacht. Danach geht es eine Weile durch den Wald auf der Ebene, bis wir auf den Grenzstein stoßen, der die Landesgrenze zwischen Schweden und Norwegen markiert. Viele meinen ja, dass der Grenzstein hässlich sei, aber ich finde es ist doch eine schönere Grenze als manch andere. Die gelbe Farbe wirkt irgendwie passend für den herbstlichen Wald um uns herum.

In der Ferne am See können wir einen großen Steinadler auf einer Birke sitzend erkennen. Das Bild vor unseren Augen ist gerade wie aus einer National Geographic Zeitschrift. Nur, dass wir mitten drin sind.

Nach einer kurzen Beobachtungspause schreiten wir am Grenzstein vorbei und haben nun wieder norwegischen Boden unter den Füßen – juhuuu! Und betreten jetzt den Rohkunborri Nationalpark. Wir freuen uns, es ist fast wie Heimkommen.

Und so groß die Freude auch ist, ist auch das norwegische Wanderparadies zurück: Direkt nach der Grenze dürfen wir auf allen Vieren über die nassen Steine runterklettern und dann steiles Gelände durch Matsch emporsteigen. Eine wahre Freude ist das!

Aber nach etwas über einer Stunde nach der schwedischen Schutzhütte kommen wir an der DNT Hütte Lappjordhytta an und sind einfach glücklich, wieder in den gemütlichen, norwegischen Hütten zu sein.

In der Hütte ist bereits Aline aus der Schweiz, die aber in Norwegen wohnt und mit der wir noch einen richtig lustigen Abend in der Hütte haben. Um 20:30 Uhr sind wir aber so müde, dass wir tatsächlich ins Bett müssen.


Tag 108 – 31. August 2026 (27,5 Kilometer)

Nach einem Frühstück mit Polarbrød, Marmelade, Butter und Käse, räumen wir noch die Hütte auf. Gegen halb 8 Uhr sind wir fertig und laufen los. Aline ist schon knapp eine halbe Stunde vor uns losgelaufen, sie will heute zur 34 Kilometer entfernten DNT Hütte Gaskashytte schaffen. Wir hingegen haben ein Date mit unserem letzten Versorgungspaket, das seit Mai auf uns auf der Huskyfarm in Innset wartet.

Wir werden Aline heute nicht mehr einholen. Stattdessen sind wir den Großteil des Tages wieder alleine. Wie merkwürdig, ist doch der Kungsleden mit seinen hunderten Wandernden nur knapp 30 Kilometer entfernt, also eine Tagesetappe.

Der erste Teil des heutigen Tages heißt: Auf nach oben! Wir laufen direkt hinter der DNT Hütte Lappjordhytta hoch, kommen nach ein paar Metern über die Baumgrenze und haben danach einen tollen Blick über das Tal durch das wir gestern gelaufen sind.

Wir können auch erahnen, wo Abisko liegt, aber es ist zu weit weg, um Häuser auszumachen. 

Es nieselt heute morgen leicht und die Nebelwolken hängen ziemlich tief. Aber wir können zwischendurch immer wieder die Berge um uns herum ausmachen. Es ist ganz still hier oben. Nur das Rauschen von Wasser können wir vernehmen.

Der Aufstieg ist zwar anstrengend, aber nach etwa eineinhalb Stunden haben wir die ersten 400 Höhenmeter hinter uns. Wir laufen jetzt durch eine orangefarbene Fjellebene, die schöner nicht sein könnte. Überall kämpft sich der Herbst durch und will zeigen, was er kann. Ich liebe den Herbst, er ist immer schon meine liebste Jahreszeit gewesen und hier oben im Fjell ist er wirklich atemberaubend schön. Ich bin einfach so glücklich, das erleben zu dürfen.

Am höchsten Punkt auf knapp 950 Metern fegt aber ein kühler Wind um uns herum. Um nicht auszukühlen, ziehen wir die Windjacken bzw. Westen drüber. Wir holen einen Mann ein, der gestern auch in der DNT Hütte Lappjordhytta geschlafen hat, aber in der Gamle Hytta ( = alte Hütte) war, während wir in der neueren Hütte waren. Heute werden wir uns immer wieder gegenseitig überholen. Er ist auch zu Gast auf der Huskyfarm in Innset.

Kurz nach dem höchsten Punkt machen wir eine erste Pause im Windschatten eines größeren Steins und können ein kleines Hermelin beobachten, wie es um ein Steinmännchen (die Markierung auf dem heutigen Weg) herumtanzt. Es schaut immer mal wieder zu uns herüber, als wäre es unsicher, ob von uns eine Gefahr droht. Also ich finde ja, dass ein Fuchs ihm ganz sicher gefährlich werden könnte, aber es wird schon wissen, was es tut. Es scheint irgendwann zu derselben Einschätzung zu kommen, denn es macht sich dann doch aus dem Staub.


Danach geht es für uns durch ein paar eiskalte Flüsse, wir sehen Gletscher an Gipfeln kleben und wir legen nochmal ein paar Höhenmeter zurück. Die Wege sind heute toll zu gehen. Meistens haben wir einen weichen, erdigen Pfad, über den wir laufen können. Zwischendurch dürfen wir natürlich auch durch Sumpf und Pfützen ohne Planken laufen, wir sind schließlich zurück in Norwegen. Der Nieselregen liegt mittlerweile hinter uns und holt uns heute nicht mehr ein.

Nach der Mittagspause direkt am Fluss Salvasskardelva geht es zwischenzeitlich über Quadspuren, dann wieder Wanderweg und dann wieder Quadspuren immer am Fluss entlang. Wir laufen über breite Brücken und kommen an einer kleinen Schlucht vorbei, durch die der Fluss sich in hoher Geschwindigkeit durchzwängt. Ganz im Kontrast zur unglaublichen Weite, in der wir uns befinden.

Es geht mit schnellen Schritten Richtung Innset. Wir laufen runter ins Tal und dann geht es am Staudamm des gigantischen Altevatnet entlang. Wir queren einen Campingplatz und machen uns dann an den letzten Abstieg des Tages. Drei Kilometer trennen uns noch von der Huskyfarm.

Auch wenn ich mich auf die Huskyfarm total freue, ärgere ich mich gerade etwas, das Paket hierher geschickt zu haben. Wir können von hier nichts wegschicken und die Farm liegt eben ein paar Kilometer weg von unserem eigentlichen Weg. Wir müssen also morgen die Kilometer und knapp 200 Höhenmeter wieder zurück- bzw. hochlaufen, was sich irgendwie blöd anfühlt. Und ja, dreieinhalb Kilometer ist wenn man schon fast 2000 Kilometer gelaufen ist, echt nicht viel. Aber irgendwie merken wir gerade bei dieser Wanderung, dass man echt keinen Meter zu viel geschweige denn doppelt laufen will.

Aber als wir ankommen, ist die schlechte Laune verflogen. Wir werden total freundlich empfangen, bekommen noch einen Platz im bisher leeren und geräumigen und gemütlichen Gästehaus und haben ganz viele flauschige Huskys um uns herum. Wie schön es hier ist!

Dann bekommen wir noch unser Paket und nutzen direkt den großen Aufenthaltsraum zum Paketinhaltaufteilen, was uns nochmal knapp eine Stunde Zeit kostet. Wir bekommen beide wärmere Longsleeves aus Merinowolle zum Wandern, der Fuchs bekommt ein dickeres Schlafoutfit, das Paket beinhaltet dickere Handschuhe und Schlafwollsocken und natürlich viele Lebensmittel und neue Schuhe. Auch wenn unsere jetzigen Schuhe erst knapp 500 Kilometer runter haben, sind sie schon ziemlich lädiert – meine Schuhe haben Löcher an den Seiten, die vom Fuchs haben mehrere Stellen, an denen die Nähte aufgegangen sind. Wir sind also diesmal ganz glücklich, nach knapp 500 Kilometern neue Schuhe zu bekommen. Die würden zwar noch 200-300 Kilometer schaffen, aber bis zum Nordkap sicherlich nicht.

Es ist unser letztes Paket und fühlt sich so richtig nach Meilenstein an. Vor allem, da wir hier Ausrüstung für die kälteren Tage haben, ist es irgendwie unser „Wir sind jetzt im hohen Norden unterwegs“-Paket. Wir sind sehr gespannt auf den vor uns liegenden Abschnitt.

Als wir die Sachen im Frühjahr eingepackt haben, war Innset irgendein weit entfernter Punkt auf unserer Karte. Einer von diesen Orten, von denen man zwar wusste, dass man dort irgendwann ankommen wollte, die sich aber ungefähr so realistisch anfühlten wie das Nordkap selbst. Und jetzt sitzen wir tatsächlich hier, fast 2.000 Kilometer später, und packen dieses letzte Paket aus. Irgendwie verrückt.

Nachdem wir den Inhalt des Pakets auf unsere Rucksäcke aufgeteilt haben, gehen wir duschen und machen uns noch einen Kaffee – hier gibt es nämlich eine Kaffeemaschine, richtiger Luxus!

Und die Lebensmittel in unserem Paket haben wir doch ganz gut eingeschätzt, wir haben also weder viel zu viel noch viel zu wenig Lebensmittel für die kommenden sieben Tage. Nur die Kleidung, die jetzt durch dickere ersetzt wird und eigentlich noch gut ist, werden wir nach Kilpisjärvi mitschleppen und von dort aus nach Hause schicken. Da Kilpisjärvi in Finnland ist, haben wir dort das lästige Problem mit dem Zoll beim Postversand nicht, das von Norwegen aus den Versand nach Deutschland sehr kostspielig machen kann.

Den restlichen Abend verbringen wir mit Blick auf die Huskys und viel Abendessen im gemütlichen Aufenthaltsraum und freuen uns, dass wir einen schönen Tag hinter uns haben.


Tag 109 – 1. September 2026 (10 Kilometer)

Da es heute auf der Huskyfarm um 9 Uhr Frühstück gibt und wir für heute keinen weiten Weg geplant haben, schlafen wir etwas aus. Das tut richtig gut! Wir sind heute um kurz vor 8 Uhr wach und starten damit, aufzuräumen und die Rucksäcke zu packen. Meine Güte, sind die schwer! Vielleicht haben wir es bei den Lebensmitteln doch etwas zu gut mit uns gemeint.

Nachdem alles verpackt ist, schauen wir bei den Huskys vorbei und anschließend geht es rüber zum Frühstück. Und hier sind wir im absoluten Paradies gelandet: Es gibt selbstgemachtes Sauerteigbrot, selbstgemachte Marmeladen und Wurst, Joghurt und Fruchtsäfte – einfach alles, was unser Wanderherz während der Etappen vermisst. Und Sauerteigbrot haben wir das letzte Mal im Mai gegessen.

Wir sitzen zusammen mit Katja und Jab (wir hoffen, dass eure Namen richtig sind) und tauschen uns während des Frühstücks über Norwegen, die Huskyfarm und natürlich auch über Gebäudesanierung aus. Gibt es schönere Themen?

Anschließend zahlen wir und bekommen, weil wir Norge på langs laufen, noch einen Rabatt auf das Zimmer. Wir freuen uns sehr darüber, danke für die Herzlichkeit!

Katja und Jab wollen zum Wandern mit dem Auto hoch an den See Altevatnet und bieten uns an, uns wieder mit hochzunehmen. Na, das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen! Wir sprechen im Auto noch eine Weile über die Tour und sie parken letztlich ein Stück weiter. Somit haben wir jetzt mit dem Umweg zur Huskyfarm gestern keinen Meter mehr zu viel oder zu wenig gemacht und haben heute nur noch knapp 10 Kilometer vor uns. Das klingt mit den schweren Rucksäcken ja gleich noch viel angenehmer!

So ist es letztlich erst halb 12 Uhr als wir endlich die schweren Rucksäcke aufsetzen und uns wieder auf den Weg zu Fuß machen. So spät waren wir glaube ich noch nie unterwegs.



Der Weg geht heute sehr entspannt am Ufer des Sees Altevatnet entlang. Teils ist es durch den Regen der letzten Tage (oder sollte ich sagen Monate?) ziemlich matschig, aber ein Teil des Weges ist mit Planken ausgelegt (ich dachte, wir sind in Norwegen!?). Bei den nassen Oberflächen ist das aber nicht unbedingt besser, weil das Holz jetzt sehr rutschig ist. Aber wir balancieren uns schon irgendwie einen Weg durch den Matsch. Es geht schon.

Zwischendurch kommt nur leichter Nieselregen zu uns. Ansonsten ist es heute sehr neblig. Wir können immer wieder das Ufer des Sees kaum noch erkennen, weil der Nebel so dicht ist, obwohl es nur ein paar Meter neben uns liegt. Es ist ein schönes Bild, mit den orangefarbenen Flechten am Boden und den in Nebel eingepackten Bergen um uns herum.

Der Fuchs sieht in seinen neuen Schuhen übrigens lustig aus, weil sie knallgelb sind (Tigerentenclub lässt grüßen). So kann ich ihn im Nebel jedenfalls nicht verlieren.



Nach knapp dreieinhalb Stunden haben wir die zehn Kilometer hinter uns gebracht und die Hütte erscheint im Nebel vor uns. Die neue Hütte ist bereits belegt, aber ich hatte auch in der Gamle Hytte gebucht. Wir sind hier erstmal allein und breiten uns mit unseren ganzen Sachen im Wohnbereich aus. Ich sortiere nochmal zwei Paar Socken aus, die ich nicht mehr benötige und gehe nochmal meine Snacks durch.

Eigentlich habe ich davon doch zu viele. Und so essen wir über den Nachmittag erstmal drei Kvikk Lunsjs und vier Müsliriegel, getrocknete Früchte und ein paar Nüsse, damit ich die nicht unnötig weiter mittragen muss. Und es gibt je einen Cappuccino und heiße Schokolade, damit auch diese Tüten leerer werden. Gewichtsoptimierung kann wirklich hart sein. Aber so kann man einen Nachmittag auch gut verbringen, während es draußen immer ungemütlicher wird und der Wind an der Hütte rüttelt.

Morgen geht es dann hinein in den Øvre Dividal Nationalpark. Auf diesen Abschnitt freue ich mich tatsächlich schon seit Monaten. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, ob sich meine Vorfreude auch mit einem Rucksack genießen lässt, in dem offenbar der halbe Lebensmittelvorrat Nordnorwegens steckt.

Aber immerhin: Der Herbst ist da, die warmen Sachen sind da und wir sind wieder mitten im norwegischen Fjell. Es könnte schlimmer sein. Sehr viel trockener allerdings auch. 😄


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Veröffentlicht von DieWanderElster

Hej, ich bin die WanderElster, Bloggerin aus der Taunusgegend. auf diesem Blog schreibe ich über draußenverbrachte Zeit, wandernd, weiterwandernd, mit Rucksack, ohne Rucksack und ich freu mich, dass ihr dabei seid!

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