Wenn man in der Natur unterwegs ist, mag es hilfreich sein, sich im Notfall doch auch zumindest etwas helfen zu können. Mehr als mein 1.-Hilfe-Set hatte ich hierfür nie dabei. Witzig zudem, dass ich von der Hälfte der Utensilien im Set eh keine Ahnung hatte, wie man sie benutzt.
Wer weiß schon einfach so aus dem Stand, wie man eine Mullbinde korrekt anbringt, oder was eigentlich das Dreieckstuch ist, wenn man jetzt nicht gerade aus dem medizinischen Bereich kommt? Spoiler alert: Ich nicht.
Da hatte ich mich schon gesehen, wie ich mich irgendwann mal auf einem Trail verletze und dann überfordert mit dem Set sein würde. Um mich unterwegs etwas sicherer mit mir selbst zu fühlen, recherchierte ich im Internet und stieß auf unzählige Möglichkeiten, sich für viel Geld Survivalskills anzutrainieren.



Survival? Ja. Bear Grylls sein? Nicht unbedingt…
Auf „imRegenaufachundkrachdraußeninderKälteliegenundSchmetterlingeessen“ (um an einem einzelnen Wochenende nicht am Hungertod zu sterben!), hatte ich jetzt aber weniger Lust.
Zum Glück stieß ich aber auf eine Wildnisschule sogar ganz in der Nähe, die Survivaltrainings anbot und dabei den Fokus darauf legte, dass Menschen lernen, sich in der Natur zu Hause zu fühlen – statt sie als Feind wahrzunehmen. Das klang doch gemütlich und ganz nach meinem Geschmack. Zack, angemeldet.
Feuer gefangen
An einem idyllischen Zeltplatz mit vegetarischer Vollverpflegung (man gönnt sich ja schließlich sonst nichts, ein bisschen Seelenwellness muss sein) gab es einen breiten Überblick in entspannter Atmosphäre in die verschiedenen Themenbereiche des Survivals.
Was mich am Survivalkurs am meisten überrascht hat und was ich von außen nicht gedacht habe: Die wichtigste Regel für eine Notfallsituation ist stets, Ruhe bewahren und erstmal Gedanken ordnen. In Survival steckt nämlich unglaublich viel Psychologie – und das Vertrauen in die eigenen Stärken und Kompetenzen.



Die absolut größte Gefahr ist letztlich nicht Kälte oder Hunger (notfalls tuns eben doch die Schmetterlinge), sondern Panik. Und diese Erkenntnis hat mir schon in einigen schwierigen Situationen unterwegs auf meinen Wanderungen enorm geholfen. Dreimal tief einatmen und sich dann kurz die Zeit nehmen, die Optionen durchzudenken.
Da hatte ich Feuer gefangen – oder Feuer gemacht 😀 Es war letztlich wie das Summercamp, in dem ich als Kind nie war, aber immer hinwollte. Dann hab ich mich bei derselben Wildnisschule direkt noch für einen Kompasskurs und den Lagerfeuerkochkurs angemeldet.
Und dann wurde es ernst: Die Guide-Ausbildung
Zwei, drei Jahre versperrte mir aber meine größte Kritikerin den Weg zur Anmeldung: Ich selbst. Würde ich das schaffen, bei einem solchen Kurs mitzuhalten, vor allem körperlich mit meinem Bürostuhlkörper?
Aber ich habe aber gemerkt, dass ich einfach mehr will. Nur Lagerfeuer machen und die Basics haben mir nicht mehr ausgereicht. Ich wollte mich und meine Kompetenzen in schwierigen Situationen auf dem Trail austesten. Also habe ich mich letztlich doch überreden können und angemeldet.
Und was erwartet dich jetzt hier?
- Erkenntnisse aus meiner Ausbildung zum Trekking- und Outdoor-Guide
- ehrliche Ausrüstungstipps (inklusive „Das habe ich doppelt gekauft, damit du es nicht musst“)
- und Geschichten übers Unterwegssein (und Überleben)
Mittlerweile habe ich übrigens auch einen Outdoor 1.-Hilfe-Kurs abgeschlossen. Somit weiß ich jetzt auch endlich, wie man eine Mullbinde und ein Dreieckstuch richtig nutzt 😉 Und weiß: Es kommt nicht ausschließlich auf körperliche Fitness an, einen solchen Kurs zu absolvieren. Das hat viel mehr mit mentaler Stärke und Sich-Selbst-Kennen zu tun. Aber lies selbst 🙂
Beiträge zur Outdoor & Trekking Guide Ausbildung
- Modul 1: Sturm & Material – Verantwortung lernen
- Modul 2: Mehrtagestour & Notfall – Verletzlichkeit & Hygiene
- Modul 3: Winter & Magie – Kälte-Management & mentale Stärke
- Modul 4: Im Fluss – Komfortstretching
- Modul 5: Unendliche Weite und viel Erkenntnis.







