Erlebnisse und Routenplanung für die Vogesen. Oder: Parlez-vous francais?

Die Vogesen. Wenn wir davon vor unserer Reise jemanden erzählt haben, wussten die meisten gar nicht, wo die überhaupt liegen – oder, dass es sich um ein Mittelgebirge handelt. Ich muss gestehen, so ganz genau habe ich das vorher auch nicht gewusst, bis mir der entsprechende Reiseführer im Reise-Wander-Buchladen meines Vertrauens, in dem man Karten zu quasi jedem Fleckchen dieser Erde finden kann, in die Hand fiel.

Ich war auf der Suche nach einer Mehrtagestrekkingtour, die nicht allzu weit vom Rhein-Main-Gebiet liegen und mit den Öffentlichen erreichbar sein sollte. Verwunschene Wälder, und auch ein paar Höhenmeter sollte sie ebenfalls zu bieten haben: Mit den Vogesen wurde ich fündig. Wir haben uns dann für eine 7-Tages-Tour mit ca. 120 Kilometern entschieden (also diesmal eigentlich ganz gemütlich), welche uns von Munster über den Tete de Faux, durch verlassene Wälder und an Bergseen vorbei, über den Hohneck und Grand Ballon bis nach Thann brachte.

Besonders gut funktioniert hat tatsächlich die Anreise mit dem Zug. Gebucht haben wir über die Deutsche Bahn und kamen nach ca. fünf Stunden und zweimal umsteigen von Frankfurt am Main aus in Munster (wo Käseliebhaber direkt auf ihre Kosten kommen) an. Also – erstmal Käse einkaufen!

Die Reisezeit hätte besser nicht sein können. Wir sind Ende September in die Vogesen aufgebrochen – eigentlich sollte es hier dann schon sehr kühl, vielleicht sogar Schnee geben. Ja, Schnee. Auf Rat der Wanderführer hin waren wir beladen mit Regenkleidung, viel Flausch, und Wärmespendern, welche wir letztlich aber eher im Rucksack mit uns herumgetragen haben – happens. Wir haben es eher als sehr sonnig und windig empfunden bei 10 Grad, also wirklich bestes Wanderwetter!

Die Reisezeit außerhalb der Standard-Ferienzeit können wir also nur zu gut empfehlen, auch da es dadurch sehr leer auf den Wegen war – Ruhe findet man hier also ausreichend! Man muss allerdings aufpassen, dass die entsprechenden Auberges (Herbergen) an den Wegen auch wirklich offen sind und sollte auf jeden Fall reservieren. Wir hatten bei zwei Etappen Schwierigkeiten eine Unterkunft in der Ortschaft, in der wir geplant enden wollten, auch eine Übernachtungsmöglichkeit zu bekommen. Da es sich auf unserer Strecke hauptsächlich um Nationalparkgebiet handelt, ist das Campen im Freien selbstverständlich verboten.   

Übersicht der Planung:

  1. Sep: Munster – Orbey // 5h // 13 km // ca. 500 hm hoch // ca. 450 hm runter
  2. Sep: Orbey – Tete de Faux // 5h // 15 km // k.A.
  3. Sep: Gite les Jonqilles – Auberge Schupferen Vosges // 5,5 h // k.A.
  4. Sep_ Auberge Schantzwasen – Trois Fours // 5,5h // 12 km // 650 hm hoch // 500 hm runter
  5. Sep: Trois Four – Metzeral // 5.15h // 19 km // 250 hm hoch // 1000 hm runter

Geplant haben wir die Tour mit dem Rother Wanderführer „Vogesen 9 Mehrtagestouren„.

Als absolutes Highlight war für uns die Etappe vom Etang du Devin über den Tete de Faux, dann entlang oberhalb des Lac Blanc und anschließend durch das Reserve Naturelle du Tanet-Gazon du Faing, da diese Etappe einfach landschaftlich so vielfältig war. Zuerst wandert man durch dunkle, verwunschene Wälder an Relikten aus dem Ersten Weltkrieg vorbei, was dann von atemberaubenden Weitblicken wie in den Alpen abgelöst wird und anschließend schlendert man durch ein Gebiet was an die Lüneburger Heide erinnert.

Oberhalb des Lac Blanc auf dem Panoramaweg muss man unbedingt eine Rast auf der Bank auf einer der kleinen „Balkone“ einplanen.

Auch was die Fauna angeht wird man hier nicht enttäuscht – in den wenigen Tagen haben wir nicht selten Gämse gesehen, Falken und andere Greifvögel. Einen der wenigen Luchse haben wir leider nicht erblicken können, aber das wäre auch sehr viel Glück gewesen. Positiv überrascht waren wir auf jeden Fall auch von der Bilingualität vieler Einheimischer – einige sprachen uns wie selbstverständlich auf Deutsch an, während für andere nichts außer Französisch ging 😀


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Veröffentlicht von DieWanderElster

Hej, ich bin die WanderElster, Bloggerin aus der Taunusgegend. auf diesem Blog schreibe ich über draußenverbrachte Zeit, wandernd, weiterwandernd, mit Rucksack, ohne Rucksack und ich freu mich, dass ihr dabei seid!

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