In den letzten Wochen bin ich immer mal wieder gefragt worden, was genau eigentlich Norge På Langs ist. Der Name trifft immer wieder auf fragende Gesichter und verwirrte Blicke. Daher ist es Zeit, sich Zeit zunehmen, diesen einzigartigen Trail (der im klassischen Sinne gar kein Trail ist) richtig vorzustellen.



Was ist Norge På Langs nicht?
In meinen Augen ist Norge På Langs der Trail aller Trails und setzt nochmal ganz andere Maßstäbe vor allem was Vorbereitung, Planung und mentale Leidensfähigkeit angeht. Anders als ein Pacific Crest Trail in den USA, der Weg der Helden in der Slowakei, oder auch der good old E5 über die Alpen ist Norge På Langs kein festgelegter Weg, den man von A nach B läuft.
Man kann sich für den Norge På Langs nicht einfach einen Rother Wanderführer kaufen, der einem erklärt wo es langgeht, inklusive Infos, wie man hin (und hoffentlich wieder zurück-)kommt, wo es langgeht, wann und wo ich den besten Ausblick habe… Oder ganz einfach: Was mich auffressen könnte.
Es gibt für Norge På Langs schlichtweg keine feste Routenplanung, keine vorgegebenen Etappen, die mir sagen, von wo bis wohin ich an Tag x laufen kann und wo ich dann schlafe. Und erst recht keine Einteilung in blaue, rote und schwarze Wanderwege.
Also in kurz: Keine Wegbeschreibung. Keine Etappen. Keine Sicherheit? Dafür aber absolute Freiheit von Beginn an. Und genau das macht für mich den Reiz dieser Idee aus.
Okay… Aber was ist Norge På Langs denn dann?
Norge På Langs ist viel mehr als nur eine Wanderung durch ein Land. Es ist vielmehr die Idee der (Er-)Wanderung eines gesamten Landes. Let that sink in.
Bei der Routenplanung sind einem einfach keine Grenzen gesetzt, fordert dafür aber auch einiges an Planungskompetenzen und richtig viel Vorbereitung. Sprich, es ist einfach ein richtiger Spielplatz für Planungsnerds, wie ich eine bin!


Norge På Langs kann man im Norden starten und im Süden beenden, oder andersherum. Man kann für sich festlegen, dass man norwegischen Boden nicht verlassen will, oder man plant kurze Ausflüge auf schwedische und finnische Wanderwege. Auch kann man Norge På Langs sowohl im Winter auf Schneeschuhen und Skiern, oder eben im Sommer absolvieren.


Wenn man Glück (oder Pech?) hat, kann man bei der Durchquerung auch alle Jahreszeiten abdecken, je nachdem wie lange der Winter dauert. Oder wie früh er beschließt, zurückzukommen 😉
Wer läuft denn bitte sowas? Tatsächlich nicht viele.
Während der Pacific Crest Trail von mehreren hundert Personen im Jahr gegangen wird, so vielen, dass die Starttage mittlerweile limitiert werden müssen, ist Norge På Langs deutlich…leerer.
Im Jahr wagen sich etwa 20-30 Personen an dem Projekt Norge På Langs (zumindest jene, die sich auch in die lista eintragen lassen).
Auch anders als für die großen Trails in den USA gibt es wenige Berichte, Blogs/Vlogs oder Erfahrungswerte, let alone im deutschsprachigen Raum. Die bekanntesten sind wohl Simon und Martin, auch wenn ihre Touren jeweils teils schon ein paar Jahre zurückliegen.
Großartig fand ich in den letzten Monaten die Blogs von Bergwärts, 1 Zelt 4 Beine und auch Weitwanderin und natürlich Drakoontour. Bei allen hatte ich das Gefühl, wirklich mit dabei zu sein – inklusive Freude, Blasen an den Füßen, nasse Schuhe und Euphorie – und Regen.
Für meine eigene Planung sind die Inhalte unglaublich hilfreich und sehr inspirierend gewesen. Also falls jemand bis zu meinem eigenen Tourtagebuch nicht warten kann: Hier kann man sich erstmal austoben, warmlesen und etwas träumen 😉 In der Zwischenzeit bin ich mal weiter am Planen…
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Norge På Langs
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Ein Kommentar zu “Was ist Norge På Langs? Der wohl längste Nicht-Trail Europas”