Wie man im Winter warm bleibt: Tipps für Outdoor-Abenteuer

Liegst du momentan zwischen den Jahren auch so viel auf der Couch? Und frierst schon bei dem Gedanken daran, das Haus zu verlassen? Fühl ich. Aber gleichzeitig will das Outdoorherz ja auch ausgeführt werden und Abenteuer erleben!

Da die Temperaturen momentan (endlich mal!) unterm Gefrierpunkt liegen, gebe ich dir ein paar Hinweise zum Warmbleiben im Winter mit. Vor meiner Outdoor Guide & Trekking Ausbildung bin ich im Winter eher ungern rausgegangen. Und wenn war mir entweder viel zu warm, oder viel zu kalt. Und let’s be honest, eher das Zweite 😀

Und um schöne Outdoorerlebnisse zu sammeln, müssen wir ja nicht wie die Bären in einen Schlummerschlaf bis zum Frühling verfallen (obwohl das natürlich sehr verlockend ist).

Symbolbild

In diesem Beitrag schauen uns an, was du als Vorbereitung auf die kalten Temperaturen machen, in welchen Kleidungsschichten du dich raustrauen kannst und wie du dann draußen warm bleibst.

Anmerkung: Die Temperaturen, von denen ich hier im Beitrag ausgehe, gehen bis ca. -10 Grad Celius und ich gehe auch nicht von Unwetter oder Schnee-/Eissturm aus. Die Tipps können sicherlich auch bei niedrigeren Temperaturen hilfreich sein, aber für Ausflüge mit zweistelligen Minusbereich sollte man sich auf jeden Fall nochmal mehr vorbereiten.


Vorbereitung

Abhärten und Kälteimpulse

Ob und wie kalt uns ist, ist tatsächlich Trainingssache. Klar, wir werden durch’s viele in der Kälte sein zwar keine Yetis (obwohl, wer weiß?), aber je mehr wir uns der Kälte aussetzen, desto weniger macht sie uns aus.

Wenn wir uns ganz gezielt Kälteimpulsen aussetzen, tut dies zudem unserem Immunsystem gut. Also, in Vorbereitung auf den Winter können wir folgendes tun:

  • Rausgehen, egal bei welchem Wetter <3
  • Auch mal kältere Situationen „aushalten“ und nicht direkt unter die warme Decke rennen
  • In der Sauna das Eisbad ausprobieren und auch generell kälter Duschen oder Kneippen 😉 (was übrigens nicht mit einer Kneipe zu tun hat)
  • Kurz Barfußlaufen im Schnee laufen!

Die richtige Kleidung macht’s: Das Zwiebelprinzip

Du hast es sicherlich schon mal gehört: Das Zwiebelprinzip als Grundprinzip des Draußenseins. Mehrere dünne Schichten halten dich tatsächlich wärmer, also eine sehr dicke Schicht. Der Grund sind die Luftschichten zwischen den Lagen, die durch deine Körperwärme geheizt werden und dich warm halten. Das isoliert zusätzlich.

Bei kalten Temperaturen: Lange, möglichst enganliegende (Merino-)Unterwäsche, darüber eine Isolationsschicht (Fleece- oder Wollpulli), Windschutz (Softshelljacke und -hose) und natürlich Nässeschutz (Funktionsjacke). Wenn es richtig kalt ist, finde ich eine Isolationshose auch toll, um die Beine schön warm zu halten.

Kleidungskauf-Tipp: Grundsätzlich solltest du beim Kauf der einzelnen Schichten darauf achten, dass die körpernahen Schichten auch unter die letzte Schicht drunter passen. Die Funktionsjacke solltest du also mindestens eine Nummer größer als die anderen Schichten. Sonst kann das ganze sehr eng werden (mir leider schon passiert).

Kopf, Hände und Füße

Und zu guter Letzt: Mütze und Handschuhe nicht vergessen! Über den Kopf verlieren wir nämlich besonders viel Körperwärme, und die Finger frieren eben auch schnell. Ich habe beim Wandern eigentlich immer Handschuhe dabei, aber bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist es eben ein absolutes Muss.

Handschuh-Tipp: Auch bei den Handschuhen kann man mit dem Zwiebelprinzip arbeiten. Dünne Fingerhandschuhe, und dann noch warme Skihandschuhe oder Fäustlinge drüberziehen.

Genau wie am Körper auch, muss die Luft an den Füßen ebenfalls zirkulieren können. Daher sollten die Schuhe für die kalten Temperaturen so groß sein, dass du bequem dicke Socken darin tragen kannst. Und gegebenenfalls auch Thermosohlen darin Platz finden.

Schuh-Tipp: Eine zu feste Schnürung behindert ebenfalls die Zirkulation und es wird kalt im Schuh! Also nicht zu fest schnüren. Und wenn es richtig kalt wird: Ein Thermopad in die Schuhe packen (halten bis zu 5h warm). Zudem verhindern Gamaschen, dass Schnee in deine Schuhe kommt.


Von Innen heizen – Snacks für die kalte Jahreszeit

Wer kennt es nicht aus dem Sommer: Butterbrot, Müsliriegel und sonst Wasser dabei. Das macht vielleicht bei warmen Temperaturen Spaß, aber im Kühlen ist das null zufriedenstellend. Daher hier ein paar Tipps, wie du es dir draußen auch snacktechnisch schön machen kannst.

Ganz wichtig ist erstmal die Erkenntnis, dass man im Winter einfach mehr Energie braucht. Der Körper steht unter Strom, um deine Betriebstemperatur von 37 Grad aufrecht zu erhalten. Also jetzt ist nicht der Moment, sparsam an Energie, Fett und Kalorien zu sein.

Getränke

Im Sommer habe ich eigentlich ausschließlich Wasser dabei. Wenn ich spendabel mit mir bin, trage ich vielleicht sogar eine Brausetablette bei mir, um was Sprudeliges zu trinken,. Im Winter schmeckt sowas nicht. Das mindeste ist ein warmer Tee, der in der Thermoskanne mitgetragen wird (oder unter der Wanderung zubereitet wird). Toll finde ich auch heiße Schokolade (einfach Kakao, Milchpulver und heißes Wasser) oder eine Golden Milk (Milchpulver, Kurkuma, Chili, Zucker, Inwger und heißes Wasser). Das belebt richtig die Winterkräfte!

Essen unterwegs

Statt „kalten“ Lebensmitteln, nehme ich gerne eine Suppe mit. Ich mache das morgens ganz knapp: Einfach eine Fertigsuppe mit gekochtem Wasser aufschütten, in einen Thermobehälter und dann gibt es die zum Mittag draußen. Das bewirkt Wunder beim wieder aufwärmen und gibt auch die entsprechenden Nährstoffe mit. Die Gewürze unterstützen den Effekt, Scharfes wie Chili und Ingwer wärmen besonders.

Toll finde ich auch einen Seelenwärmer mitzunehmen, der gibt auch richtig Energie, oder einen Powercake oder noch besser Weihnachtsstollen.


Unterwegs warm bleiben

Regelmäßig essen und trinken

Je weniger Energiereserven du hast, desto eher frierst du, weil dein Körper es nicht mehr schafft, die Temperatur zu halten. Daher esse ich immer wieder zwischendurch mal ein bisschen, statt bis zum Mittag- oder Abendessen zu warten.

Mit dem Trinken ist es genauso. Ich spüre nicht so den Durst, wenn es kalt ist, aber wenig trinken erhöht die Anfälligkeit für Erfrierungen. Also, stay hydrated.


Bewegung und Atmung

Wenn es kalt ist, will ich immer erstmal gefühlt alle Schichten anziehen, die ich besitze. Das ist aber tatsächlich nicht ratsam. Durch die Bewegung beim Wandern wärmt sich der Körper auf. Daher sollte man grundsätzlich erstmal mit einer dünneren Schicht loslaufen und nach 20 Minuten schauen, ob einem immer noch kalt ist. Meistens passt es mit der langen Unterwäscheschicht und Fleece.

Schweiß-Info: Wenn man zu warm losgeht, ist die Gefahr, dass man schwitzt viel höher. Und ja, wenn es so kalt ist, ist Schweiz tatsächlich nicht nur einfach nicht cool, sondern wirklich gefährlich, da man (wenn es vielleicht auch windig ist) viel schneller auskühlt.

Auch das Thema Atmung ist recht interessant bei kalten Temperaturen. Du kennst das vielleicht auch, dass du bei Kälte tief einatmest und erstmal das Gefühl hast, dass deine Luftröhre gefriert? Auch kalte Luft muss vom Körper erstmal aufgewärmt werden auf dem Weg zur Lunge. Daher sollte man versuchen durch die Nase zu atmen, oder ein Buff vor dem Mund tragen. Das macht es deinem Körper etwas leichter.

Die wohlverdiente Pause

Wer kennt es nicht: Man ist vier Stunden unterwegs gewesen, hat sich ausgepowert, ist richtig aufgewärmt, der Kopf ist heiß. Jetzt erstmal abkühlen. Genau das sollten wir nicht wollen 🙂 Sobald Pause ist, erstmal direkt eine Schicht anziehen. Wir wollen nämlich unsere aufwendig hergestellte Wärme behalten und nicht alles an die kalte Luft abgeben.

Der richtige Pausenplatz

Wenn es endlich Platz für eine Pause ist, gibt es ein paar Dinge, auf die du bzgl. richtigem Pausenplatz achten kannst:

  • Suche dir einen windstillen Ort (wenn möglich mit Sonne) aus
  • Achte auf deine Kleidung: Sie sollte in der Pause nicht nass werden
  • Warm sitzen: Am besten auf einem Sitzpad, oder sonst auch auf dem Rucksack
  • Wenn du einen dabei hast und es vielleicht auch windig / nass ist, kannst du dich in einen leichten Biwaksack setzen

Ich hoffe, dass hat dir ein wenig die Angst vor der Kälte genommen 🙂 Und, dass du dich jetzt auch bei kälteren Temperaturen raus in die Natur traust. Also ab nach draußen!

Hast du noch weitere Tipps, mit denen man im Winter warm bleibt? 🙂

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Veröffentlicht von DieWanderElster

Hej, ich bin die WanderElster, Bloggerin aus der Taunusgegend. auf diesem Blog schreibe ich über draußenverbrachte Zeit, wandernd, weiterwandernd, mit Rucksack, ohne Rucksack und ich freu mich, dass ihr dabei seid!

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