Es ist jetzt wirklich nicht mehr lang hin.
Die Versorgungspakete sind gepackt. Die Route geplant. Die Wohnung untervermietet, die Übergabe auf der Arbeit fast durch.
Alles ist vorbereitet. Aber klar, es gibt doch einige Themen, die uns weiterhin verunsichern, was unser Unterfangen Norge på langs angeht.
Unsicherheit #1 (Ich trau’s mich kaum zu sagen): Schnee
Eine ganz gute Wetterapp habe ich mittlerweile zum Glück gefunden. So können wir unterwegs hoffentlich einigermaßen zurecht kommen und uns aufs Wetter einstellen. Ich bin aber einfach keine Meteorologin und verzweifle leicht an Wetter- und Schneekarten. Eine klare Einschätzung finde ich nicht bzw. habe ich mir bisher nicht erörtern können.
Und hier merke ich: Das ist einfach auch meine Grenze.
Wenn ich mir die Wetterdaten zum Schnee der vergangenen Jahre anschaue, ist das ein sehr gemischtes Bild. Dieses Jahr war in Teilen Norwegens sehr wenig Schnee, in anderen viel. Ich finde es aber schwierig abzuschätzen, was genau das letztlich für unsere Tour bedeuten wird.
Da wir nicht planen, durch die Hardangervidda zu laufen, sondern nur an ihr entlang schrabben, hoffe ich, dass uns das Thema Schnee wenig direkt betreffen wird (außer wir kommen sehr spät am Nordkap an). Sicherlich wird es aber einen Einfluss auf die Feuchtigkeit in den Böden zu haben. Also mal schauen, wie glücklich wir mit unseren wasserdurchlässigen Trailrunnern sein werden!


Unsicherheit #2: Essensplanung Umbukta
Wir werden Mitte Juli in Umbukta vorbeikommen. Das ist ein „Dorf“ (oder eine Häuseransammlung?), in der es keinen Supermarkt gibt. Also können wir hier beim Ruhetag auch keine Lebensmittel nachkaufen. Ein Versorgungspaket muss also her!
Und hier wird es knifflig. Der nächste Supermarkt ist neun Tagesetappen entfernt. Wir müssen also sehr viel Essen in das Paket quetschen. Ich habe jetzt für jeden von uns knapp sieben Kilo Essen in Form von Schokolade, dehydrierte Abendessen, Müsli und Kräcker. Alles fein säuberlich gestapelt und verpackt im Paket, das schon verdächtig schwer ist… Nach meinen Erfahrungswerten müsste das ausreichen.
Ich mache mir aber schon etwas Sorgen, dass unser „Hikerhunger“ so stark bis dahin ist, dass wir die neun Etappen gefühlt auf Diät laufen müssen. Fastenwandern soll ja eine revitalisierende Wirkung haben. Wir schauen mal.




Unsicherheit #3: 139 geplante Tage unterwegs – sind wir denn verrückt?
Ja, die Zweifelelster ist natürlich auch mit am Start. Was, wenn wir das gar nicht packen, also rein körperlich? Das sind wirklich viele Kilometer… Ob wir uns das gut überlegt haben?
Die Vorstellung, am Leuchtturm in Lindesnes zu stehen und 2781 Kilometer vor uns zu haben… Das ist gelinde gesagt etwas schwindelerregend. Aber eben genau der Plan. Ich hoffe, dass uns das nicht überfordert. Und wie sagt man so schön? Schritt für Schritt.



Die ToDo Liste schrumpft
Mit jedem Tag, den die Tour näher kommt, schrumpft unsere ToDo Liste. Ich konnte es mir vor ein paar Monaten kaum vorstellen, aber es nimmt mittlerweile – fast – alles Gestalt an.
Die Unsicherheiten werden wir anders als die ToDos so kurz vor der Tour nicht mehr los. Also was solls: Wir gehen trotzdem.
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