Route 500 – Schottlands Küste

Wir haben den West Highland Way erfolgreich beendet, aber noch Urlaubstage übrig – was also tun mit den restlichen freien Tagen?

Nach dem Trail haben wir erstmal eine kuschlige Unterkunft in Fort William gebucht, um unsere Ausrüstung zu waschen. Außerdem ist nach einer Woche Wandern in einem richtigen Bett mit Bettdecke zu schlafen, heiß zu duschen und viel Frisches zu essen einfach unbeschreiblich nice.

Wir wollten anschließend einen Roadtrip machen, um ein paar mehr Eindrücke von Schottland, vor allem Schottlands Küste zu bekommen. Bei der Recherche zu möglichen Routen sind wir auf die Route 500 gestoßen – perfekt!

Was ist die Route 500?

Die Route 500 – oder „North Coast 500“ – ist ein Projekt, welches ein bereits bestehendes Straßennetz zu einer Route verbunden hat. Man fährt auf der Route 500 daher quasi die ganze Zeit an der nordischen Küste Schottlands entlang und kann eine große Runde um die Nordinsel machen. Insgesamt fasst die Route 516 Meilen, daher der Name.

Laut Wikipedia sind die Straßen vor allem aufgrund der stark zugenommenen Auslastung, ziemlich belastet und nicht im besten Zustand. Das kann ich definitiv bestätigen: Wir sind am ersten Abend erstmal in ein Schlagloch gefahren – yay, unser erster platter Reifen! – und mussten dann drei Stunden auf den Pannendienst warten: Ein Abenteuer der anderen Art.

Häufig ist die Straße es auch nur einspurig und man muss dem Gegenverkehr dann in Verkehrsbuchten ausweichen. Auf die schlechten Straßen (insbesondere im Norden) sollte man sich daher gedanklich einstellen und vorsichtig fahren – der Linksverkehr macht es ja auch nicht einfacher.

Bildquelle: https://magazine.rox.co.uk/rox-loves/planning-an-nc500-proposal

Wo startet die Route 500?

Du kannst quasi von überall im oberen Teil Schottlands in die Route 500 einsteigen. Wir sind in Inverness gestartet (the official starting point). Dort haben wir uns ein Auto am Flughafen ausgeliehen. Wir hatten drei Tage Zeit, sodass wir zeitlich nur eine Teilstrecke geschafft haben.

Nachdem wir uns in Fort William nach dem West Highland Way ein bisschen erholt hatten, sind wir vormittags mit dem Bus von Fort William nach Inverness gefahren. Tickets kann man einfach über citylink buchen, oder direkt im Bus kaufen. Das Ticket hat knapp 20 Pfund gekostet.

Toll an der Strecke zwischen Fort William und Inverness ist, dass man hier noch einen Abstecher zu Loch Ness machen kann bzw. an Loch Ness vorbeidüst 😉

Welche Stationen haben wir auf der Route 500 gemacht?

Um wirklich von den verschiedenen Stationen was mitzunehmen, Stopps an Sightseeing Spots zu machen und sich nicht zu hetzen, würde ich für die ganze Route 500 mindestens fünf komplette Tage einplanen.

Tag 1 – Das gefühlte Ende der Welt

Wir sind am frühen Nachmittag in Inverness gestartet. Nachdem das mit dem Autoabholen problemlos geklappt hat, sind wir auf die Route 500 gefahren. An der Küste an Domach und Brora ging es vorbei bis nach John O’Groats, das gefühlte Ende der Welt. Wir haben einen kurzen Stopp in Golspie gemacht, um einen den Supermarkt leerzuräumen.

Anschließend ging es stets an der Küste entlang Richtung Norden. Wir wollten eigentlich bei John O’Groats Caravan and Camping Site übernachten. Aber zwei Meilen vorm Ziel hatten wir den besagten Platten, sodass wir den letzten Check-In um 20:00 Uhr verpasst haben.

Nachdem das Auto wieder geflickt war, haben wir kurzerhand im Seaview Hotel übernachtet. Das Hotel ist einfach, aber vollkommen fine – und bietet ein sehr üppiges Frühstück (welches im Preis enthalten war); wer also ganz schottisch den Tag mit Haggis starten möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Tag 2 – Thailandfeeling

Nach dem Frühstück sind wir runter ans Meer gefahren – genau, nach 154 Kilometern auf dem West Highland Way konnten wir die 650 Meter vom Hotel zum Strand nicht laufen. Am Ness of Duncansby haben wir eine Stunde an der frischen Seeluft verbracht, den „letzten „Last Pub“ Schottlands gesehen, Vögel beobachtet, und die Aussicht genossen. Delfine, Seehunde oder Papageitaucher haben sich leider nicht blicken lassen. Aber Ablenkung gab’s auch im 365-Tage-im-Jahr-Weihnachtsladen.

Nach einem Tee am Meer aus der Thermoskanne ging es auf der Route 500 weiter zum Dunnet Head. Hier hat man wirklich das Gefühl, die Straße endet gleich und weiter kann es eigentlich nicht mehr gehen – und auf einmal steht man an einer Klippe mit Leuchtturm vor einer atemberaubenden Küste.

Letztlich sind wir an diesem Tag noch bis nach Durness weitergefahren: Ein altes Dörfchen, welches direkt an der Küste schlummert. Viel mehr als einen kleinen Supermarkt, ein paar Häuschen und einen Campingplatz gibt es hier nicht mehr. Wir können uns kaum vorstellen, dass sich im Sommer massig Touristen in diese entlegene Gegen verfahren.

Wir stellen unser Zelt beim Camping Sango Sands auf und blicken von unserem Zelt direkt auf den Strand, der mich an Strandbilder aus Thailand erinnert. Der Romance Vibe wird durch die ganzen Vans und Wohnmobile zwar etwas in Mitleidenschaft gezogen (und durch das Wildcampen auf dem West Highland Way sind wir auch verwöhnt), aber wir fokussieren uns auf den Blick auf die raue See <3

Tag 3 – Die Raueste aller Landschaften

Am dritten Tag regnet es morgens. Wir packen das Zelt nass zusammen, und machen uns früh auf die Weiterfahrt. Wir wollen heute bis nach Inverness zurückfahren. Zuerst geht es noch eine Weile auf der Route 500 weiter. Kurz nach Rhiconich biegen wir ins Inland ab. Jetzt geht es nur noch einspurig weiter. Ich fühle mich umso mehr, als wären wir ins Niemalsland eingetaucht. Kaum kommt uns jemand entgegen, verlassene Steinhäuser stehen in der Landschaft, ein See nach dem nächsten, gefolgt von rauen Hügeln, über die der Regen einbricht.

Am südlichen Ende von Loch Shin in Lairg kehren wir nochmal in ein Café ein, um unseren Roadtrip mit einer heißen Schokolade zu feiern. Schließlich biegen wir bei Tain wieder auf die Route 500 ein. Von dort ging es dann zurück nach Inverness. Das Auto konnten wir pünktlich um 16 Uhr wieder abgegeben.

Wo findest du weitere Informationen zur Route 500?

Wir haben bis wir auf der Route 500 waren, eigentlich noch nie was von der Route 500 gehört. Informationen zur Route findet man aber bei Visit Scotland. Ansonsten kannst du es auch wie wir spontan handhaben und einfach den Schildern folgen – viel Spaß beim Schottland Erkunden 🙂


Entdecke mehr von diewanderelster

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Veröffentlicht von DieWanderElster

Hej, ich bin die WanderElster, Bloggerin aus der Taunusgegend. auf diesem Blog schreibe ich über draußenverbrachte Zeit, wandernd, weiterwandernd, mit Rucksack, ohne Rucksack und ich freu mich, dass ihr dabei seid!

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von diewanderelster

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen