5 Tipps für Trekkingtouren in Jotunheimen

Nun liegt das Abschlussmoduls der Outdoor & Trekking Guide Ausbildung schon einige Wochen zurück. Gedanklich bin ich aber noch ganz viel im Fjell. Vor allem während ich den Artikel vom Abschlussmodul geschrieben habe, kamen mir einige Gedanken zur Tourenplanung, Vorbereitung und wie es ist, unterwegs zu sein – das hätte nie alles in e einen Beitrag gepasst. Daher kommen hier nochmal ein paar zusätzliche Beiträge zu den Themen.

Worauf sollte man achten während man im Fjell – in meinem Fall Jotunheimen – mit Sack und Pack wandert? Was hatte ich vorher gar nicht auf meinem Schirm, was hat mich beim Wandern überrascht? Hier also ein paar Tipps zum Unterwegssein 🙂

1. S(chlafs)achen trocken halten

Eine sehr wichtige Regel für Wanderungen, bei denen mit (viel) Regen zu rechnen ist. Aber mindestens die Schlafkleidung und der Schlafsack müssen in absolut wasserdichten Packsäcken verpackt sein. Auch, wenn man ein Regencape für den Rucksack dabei hat – irgendwann geht auch hier das Wasser durch.

Zudem verlieren Kleidung und (Daunen-)Schlafsäcke einiges an Wärmeleistung, wenn sie nass werden. Das kann dann eine ungemütliche und wenig erholsame Nacht werden. Vor allem, wenn man mit einem Daunenschlafsack unterwegs ist, muss dieser absolut trocken bleiben, da Daunen besonders empfindlich auf Nässe reagieren.

Ich nutze hierfür immer ultraleichte, wasserdichte Packsäcke von SeaToSummit. Für meine Kleidung habe ich zwei 8L Säcke (einer für Schlafkleidung, einer für Untertags) dabei. Für z.B. Elektronik reicht bei mir ein 2L Packsack, für den Schlafsack habe ich einen 13L Packsack.

Ein toller Nebeneffekt ist, dass man einen guten Überblick im Rucksack behält, was wo verpackt ist. Ich nutze z.B. gar keinen Rucksackliner oder -cape. Mit wasserdichten Packsäcken ist das überflüssig.

2. Zelte und Schlafsachen untertags trocknen

Wenn man nass in den Tag startet, ist das für das Zelt nicht gut – das Material beginnt irgendwann zu müffeln, und andauernde Nässe ist nicht gut für die Wasserbeständigkeit der Zeltwände. Und let’s face it, es ist einfach auch nicht gemütlich in einem von innen nassen Zelt zu schlafen.

Falls sich untertags mal ein paar trockene, oder gar sonnige Stunden abzeichnen, kann man diese gut zum Trocknen nutzen – vielleicht ist eh gerade Pausenzeit und man kann die Trockner-Stunde mit dem Mittagessen oder einem Müsliriegel verbinden? 🙂 Dann kann man sich abends auch wieder in eine trockene Unterkunft verkriechen.

3. Pausen windstill legen, um nicht auszukühlen

In Jotunheimen war es zwischenzeitlich wirklich sehr windig. Das liegt auch daran, dass es weniger Bäume im Fjell gibt, und wir zudem auch häufiger oberhalb der Baumgrenze gewandert sind. Wie wichtig ein windgeschützter Platz ist, ist mir daher vor allem auf dieser Tour in Norwegen bewusst geworden.

Wind kühlt einen sehr aus, besonders wenn man schon vom Regen durchgenässt ist. Hier sollte man schauen, dass man für die Pause – wenn der Körper sich von der Wanderung erholt und runterfährt – einen windgeschützten Platz findet. Vielleicht findet man ein paar Bäume, höhere Felsen, oder kleinere Hügel hinter die man sich setzen kann, um dem Wind zu entkommen.

Das ist natürlich nicht immer möglich. Für solche Fällen fand ich es toll, ein Quilt dabeizuhaben, in dem ich mich in den Pausen einflauschen konnte. Schuhe aus und rein.

4. Zeit für die Zeltplatzsuche einplanen

Gemäß Jedermannsrecht kann man in Norwegen mit gewissem Abstand zu Häusern/Grundstücken frei in der Natur im eigenen Zelt übernachten. Auch wenn wir bei unserer Tour in Stadtnähe waren, hat die Zeltplatzsuche doch immer etwas Zeit in Anspruch genommen.

Jedermannsrecht bedeutet eben nicht, dass man wie beim Campingplatz überall perfekte Plätze vorfindet: Ich dachte vorher noch, dass wir jeden Tag an gefühlt 80000 perfekten Zeltplätzen vorbeikommen würden, die alle flachen, etwas moosigen Boden hätten, vollkommen stein- und strauchfrei, mit reinster Wasserquelle direkt nebenan, aber auch mit etwas Sichtschutz vor ungewollten Gästen. So wie in den Dokus eben.

Das war natürlich nicht so 😀 Es dauert etwas, bis man den richtigen Zeltplätz findet, und auch dann muss man sich mit felsigem Boden, Gestrüpp, Elchlosung rumschlagen. Also da den richtigen Platz zu finden, hat an einem Tag 1h länger gedauert, als ursprünglich geplant. Daher: Früh genug nach einem Platz Ausschau halten, und nicht erst gegen 20 Uhr, wenn man schon fix und fertig ist.

Um mal ein Gefühl für die Bodenbeschaffenheit zu bekommen:

5. Im Sommer auf Helligkeit einstellen

Mittsommer ist in Norwegen (oder generell in Skandinavien) etwas ganz besonderes: Die Nächte bleiben fast taghell! Aber was das auch bedeutet? Im Zelt bleibt es die ganze Nacht hell 😀 Das kann den Biorhythmus leicht durcheinanderbringen…

Hierfür empfiehlt es sich, eine Schlafmaske mitzunehmen. Ich habe – weil jedes Gramm zählt 😉 – einfach mein dunkelblaues Buff über die Augen gezogen. So konnte ich die Nächte super durchschlafen, und bin nicht vom hellen Licht irritiert mitten in der Nacht wachgeworden.

Und weiterer Pluspunkt: Die Stirnlampe kann zuhause bleiben 😉

Abends gegen 23 Uhr – Blick aus dem Zelt

Was sind eure Erfahrungen auf Trekkingtouren in Norwegen, sind euch ähnliche Dinge aufgefallen? Wie geht ihr damit um? 🙂


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Veröffentlicht von DieWanderElster

Hej, ich bin die WanderElster, Bloggerin aus der Taunusgegend. auf diesem Blog schreibe ich über draußenverbrachte Zeit, wandernd, weiterwandernd, mit Rucksack, ohne Rucksack und ich freu mich, dass ihr dabei seid!

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