Flüsse furten: How not to die :)

Furten kann je nach Wasserhöhe des Flusses schnell gefährlich werden. Daher sollte man sich vor einer Wanderung genauestens mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzen: Kommen Flüsse bzw. Flussquerungen überhaupt vor, gibt es Brücken? Falls keine Brücken vorhanden sind, wie hoch wird der Wasserstand sein, ist zur Zeit der Wanderung Schneeschmelze, kann ich die Flüsse notfalls irgendwie umgehen?

Auf unserer Wanderung durch Jotunheimen haben wir sehr viele Flüsse gequert. Zum Glück waren die Wasserstände allerdings nicht allzu hoch, sodass wir meistens von Stein zu Stein hüpfen konnten:

An manchen Stellen hilft aber alles nichts: Also, Schuhe aus und durch.

Strömung und Höhe/Pegel prüfen

Grundsätzlich sollte man nur einen Fluss furten, in dem man auch noch gut stehen kann, und/oder die Strömung einschätzen. Einen reißenden Fluss mit zwei Metern Tiefe solltest du lieber umgehen, egal wie weit der Umweg ist.

Man muss also das Spiel zwischen Strömung und Tiefe abwägen. Wenn das Wasser hüfthoch ist, ist die Querung nur gut machbar, wenn möglichst überhaupt keine Strömung vorhanden ist. Eine sehr starke, reißende Strömung solltest du dir nur vornehmen, wenn sie dir nicht höher als zum Knie / eine Handbreit über die Knie geht.

Wenn du im Frühjahr/Frühsommer unterwegs bist und es die Etappenplanung zulässt, solltest du die Furten für (früh-)morgens einplanen. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht allzu viel Schmelzwasser in den Flüssen. Gegen Mittag/Nachmittag kann ein Fluss schon mal sehr viel mehr Wasser transportieren, als morgens.

Hier ein paar Beispiele: Der Fluss auf dem ersten Bild (von links) sollte sehr gut zu queren sein, da das Flussbett sehr breit ist, die einzelnen Ströme des Flusses nicht zu tief sind und es Möglichkeiten verschiedene Stellen auszuprobieren gibt. Auf den anderen beiden Bildern ist das nicht so eindeutig: Stärkere Strömung, und teilweise ist nicht sichtbar, wie tief der Fluss an der Stelle ist. Hier sollte man mit einem Wanderstock auf jeden Fall erstmal ertasten, wie hoch der Pegel ist, oder gleich eine andere Stelle für die Querung suchen.

Bevor es ins Wasser geht

Zuallererst muss der Hüftgurt vom Rucksack geöffnet und die Schultergurte gelockert werden. Falls man tatsächlich ins Wasser fällt, kann man sich schnell vom Rucksack befreien, und wird durch sein Gewicht nicht unter Wasser gezogen. Lieber sich selbst retten, statt den Rucksack.

Zudem kommt es nun darauf an, mit welchen Schuhen du unterwegs bist. Haben sie eine wasserdichte Membran oder nicht? Bei Schuhen ohne wasserdichte Membran (z.B. Trailrunner) ziehst du die Socken aus, nimmst die Einlegesohle raus, und gehst in den Schuhen durchs Wasser. So verhindert man Ausrutschen und Verletzungen der Füße durch spitze Steine. Trägst du Schuhe mit wasserdichter Membran (z.B. Wanderstiefel) ziehst du diese für das Furten aus. Die Schuhe kann man sich an den Schnürsenkeln zusammengebunden um den Hals hängen, um die Hände freizuhaben. Entweder hast du zusätzliche Schuhe für das Furten dabei (z.B. Crocks, Neoprensocken, o.Ä.) oder du gehst barfuß durchs Wasser.

Ab in die kalten Fluten

Fully prepared geht’s jetzt ins Wasser. Im Wasser geht man dann seitlich, den Körper der Strömung zugewandt. Man geht also schräg gegen die Strömung.

Wanderstöcke sind beim Furten zweierlei hilfreich:

  • Sie bieten zum einen die Möglichkeit, d den Boden und die Tiefe des Wasser abzutasten.
  • Zum anderen bieten sie dir besseren Halt. Du nimmst beide Stöcker zusammen in deine Hände, und setzt dieses „dritte Bein“ vor dir fest auf den Boden. Beim Furten wird immer nur eines dieser „drei Beine“ angehoben, nie zwei gleichzeitig. Das stabilisiert deinen Stand immens.

Übrigens, schöner Nebeneffekt bei kaltem Wasser: Das fördert so richtig die Durchblutung in den Beinen. Ich finde, danach wieder in die Socken und Wanderschuhe reinzuschlüpfen, heizt die Füße nochmal so richtig auf <3

Was sind eure Erfahrungen mit Furten, kennt ihr noch weitere sichere Techniken, Flüsse zu durchqueren? 🙂


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Veröffentlicht von DieWanderElster

Hej, ich bin die WanderElster, Bloggerin aus der Taunusgegend. auf diesem Blog schreibe ich über draußenverbrachte Zeit, wandernd, weiterwandernd, mit Rucksack, ohne Rucksack und ich freu mich, dass ihr dabei seid!

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