Und über die Hoffnung, nichts zu vergessen.
Und plötzlich sitzt nicht nur die Routenplanung im Nacken, sondern auch die Packliste. Seit Wochen schieben wir Zahlen in Tabellen hin und her, wiegen Gegenstände, streichen, ergänzen, zweifeln. Ich könnte mich theoretisch wochenlang mit Excel, Küchenwaage und Packlisten anderer NPL-Läufer*innen beschäftigen – und genau das ist vielleicht auch das Problem. Die Finalisierung schiebe ich also schon etwas vor mir her.
Denn sobald ich über Fotoequipment, den richtigen Schlafsack oder die perfekte Anzahl Wollsocken nachdenke, steigt der Puls. Die Sorge, etwas Essenzielles nicht dabeizuhaben, ist groß. Aber fast genauso groß ist die Angst, etwas 3000 Kilometer durch Norwegen zu schleppen, das wir am Ende nie benutzen. Eine falsche Entscheidung bedeutet vielleicht nicht das Ende der Tour, aber sie bedeutet vier bis fünf Monate mit genau dieser Entscheidung im Rucksack unterwegs zu sein.
Und so sitzen wir hier: Zwischen Longsleeves, Handschuhen in doppelt und dreifacher Ausführung und der Frage: Wie viel Wildnis passt eigentlich in 60 Liter? Was brauchen wir wirklich, um vier bis fünf Monate größtenteils autark unterwegs zu sein? Was ist essenziell und was ist „nur“ Luxus, der nicht notwendig ist?
Denn jedes Gramm zählt. Oder?
Ja, jedes Gramm zählt
Schon immer versuche ich möglichst leicht unterwegs zu sein – das zählt sowohl für das Gewicht auf dem Rücken, als auch für meine Schuhe. Ich bin einfach sehr früh von Ultralight Hikern indoktriniert worden (auch wenn ich noch nie an das mystische Gewicht von unter 5 Kilogramm rangekommen bin, ohne nachts zu frieren).
So leicht wie möglich, so viel wie nötig. Oder: So leicht, dass es nicht lebensgefährlich wird.
Schwere Zelte oder Schuhe wird man daher auf unserer Packliste nicht finden. Am Ende zählt für uns eben doch jedes Gramm: Wir fragen uns bei jedem Ausrüstungsgegenstand, ob er notwendig ist und wenn er nicht notwendig ist, ob er das zusätzliche Gewicht wert ist.
Dabei wollen wir zwar möglichst leicht bleiben, aber eben auch nicht leichtsinnig. Wir haben also genug Schichten, genug Wetterschutz einkalkuliert und Puffer für kalte Nächte dabei. Wir wissen, dass Norwegen ein krasses Outdoorpflaster sein kann.
Was zählt rein in das Gewicht?
Generell zählen Kleidungsstücke, die wir am Körper tragen, nicht ins Gewicht rein. Ebenso alles, was verbraucht wird, zählt nicht: Also Verpflegung, Wasser, Brennstoff. Ohne all das, ist der Rest das Gesamt-Baseweight.
Korrekt: Verpflegung werden wir zwar im Rucksack tragen (genau wie Wasser), aber da das variable ist und sich über den Tag hinweg immer verändert, können wir das hier ignorieren. Allgemein zum Thema Verpflegung on Tour geht’s hier entlang.
Für Fuchs‘ Liste siehe unten.
Elster

Kleidung
Am Körper | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| T-Shirt | Merino, Devold (Kurzarm) 200er | 157 |
| Zipjacke | Polyester, Fjällräven | 350 |
| Leggings | Mountaineering 7/8 | 190 |
| Bustier | Kunstfastermerinomischgewebe (M) | 89 |
| Unterhose | Kunstfaser | 18 |
| Schlauchtuch | Merino, Buff, gelb | 50 |
| Wandersocken | Merino-Kunstfaser Kompression, CEP | 70 |
| Stirnband | Merino, Frilufts | 11 |
| Cap | rot | 73 |
| Trekkingstöcke | Leki | 442 |
| Wanderschuhe | Trekkingschuhe (verschiedene) | 530 |
| Gesamt | 1980 |
Das hier zählt offiziell nicht ins Baseweight, aber ehrlich gesagt fühlt sich auch jedes Gramm am Körper irgendwann nach „getragen“ an… Gerade bei 20+ Kilometern am Tag 😉 Hier lege ich wert auf funktional, einigermaßen schnell trocknend, und nichts, was ich unterwegs verfluchen werde. Merino ist dabei ein emotionaler Supportstoff, denn darin kühlt man nicht so aus wenn man schwitzt und das Material nimmt Gerüche trotz tagelangem Tragen nicht so an wie Polyester. Das mag wohl – falls wir in der Einsamkeit des Fjells doch mal jemandem begegnen sollten – für Trailbekanntschaften ganz nett sein 😀
| Kleidung im Rucksack (Schlafen) | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Longsleeve | langärmeliges Merino Icebreaker (M) | 205 |
| Leggings | lange Leggings Merino Icebreaker (M) | 233 |
| Pullover | Reila halfzip Frilufts (M) | 360 |
| Socken | Wollsocken | 60 |
| Gesamt | 858 |
Schlafkleidung ist unterwegs heilig. Sie ist die trockene Insel im Meer aus nassen Socken und Fjell-Regenwetter. Ich nehme hier sowohl Longsleeve als auch meinen heißgeliebten, dünnen Wollpulli mit. Damit schlafe ich einfach am besten. Und für die vielen Kilometer wollen wir ja möglichst ausgeschlafen sein.
| Kleidungsstücke im Rucksack | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Regenrock | Northern Lite | 87 |
| Gamaschen | hoch, schwarz | 124 |
| Isolationsjacke | Patagonia (Daune) | 380 |
| Hardshell-/Regenjacke* | Mountain Equipment Polypheme Jacke (L) | 398 |
| Windjacke | Patagonia Houdini Jacke (M) | 92 |
| Windhose | GramXpert | 46 |
| Handschuhe | Kunstfaser, Forclaz | 28 |
| Handschuhe | Wasserdicht, Forclaz | 49 |
| Campschuhe | Exped | 222 |
| Mütze | Buff | 52 |
| Unterhosen (2x) | Wechselunterwäsche, Polyester | 36 |
| Socken | 2 Paar Wechselsocken CEP | 70 |
| Kompressionsstrumpf | medizinisch | 67 |
| Wasserdichte Socken | Sealskinz | 86 |
| Longsleeve | Alternative für tagsüber, falls das T-Shirt zu kalt | 180 |
| Gesamt | 1917 |
Hier wird’s komplizierter. Norwegen kann nämlich alles: Sonne, Sturm, Dauerregen und „Wo kam jetzt dieser Wind her?“. Also lieber eine Schicht mehr als eine zu wenig – aber eben nur so viel, dass wir nicht wie textile Zwiebeln durch die Wildnis rollen. Leicht bleiben, aber nicht leichtsinnig sein.
Und wie sonst auch: Hier ist natürlich überall das Etikett rausgeschnitten 😉




Big Four
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Isomatte | Gossamer Evazote (als Rückenpolster im Rucksack) | 110 |
| Isomatte | 2 x Therm-A-Rest NeoAir Xlite NXT | 760 |
| Pumpsack | Therm-A-Rest (gleichzeitg Packsack für beide Isomatten) | 50 |
| Schlafsack | Therm-A-Rest Hyperion -6 | 567 |
| Drybag Schlafsack | 20L Schlafsack & Quilt Sea to Summit 35 | 110 |
| Quilt | Quest Light, Pajak, rot | 450 |
| Rucksack | Gossamer Mariposa 60 | 850 |
| Gesamt | 2978 |
Die Big Four sind das Herzstück einer jeden Packliste – und auch der größte Hebel beim Gewicht. Hier haben wir (vor Monaten und Jahren) am längsten rumgefeilt, für Norwegen haben wir hier nicht viel geändert. Das Setup ist leicht, aber nicht so minimalistisch, dass es für Norwegen nicht ausreichen sollte. Ich friere nicht für eine schönere Zahl in einer Excel-Tabelle.
Mit der Kombi von Schlafsack und Quilt habe ich sehr gute Erfahrung gemacht. So lege ich bei meinem leichten Schlafsack noch etwas mehr Grade Komforttemperatur oben drauf, und bin bisher immer noch leichter gewesen, als mit einem -5 Komfortschlafsack


Kochen und Wasser
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Spork | Sea to summit, grün | 15 |
| Plastikflasche | 2 x 1L | 30 |
| Wassersack | Hydrapak Seeker 2L | 62 |
| Filter | Hydrapak Filter Aufsatz | 40 |
| Tasse | Wildo Cup | 24 |
| Wasserdesinfektion | Mikropur | 5 |
| Messer | Opinel | 26 |
| Gesamt | 202 |
Minimalistisch, aber ausreichend. Wasserfilter mit Wassersack hat bisher immer sehr gut funktioniert und wir nehmen statt schweren Flaschen einfach zwei 1L Plastikflaschen mit, weil einfach viel leichter. Und die kann man unterm Weg immer wieder austauschen, sodass man sich nicht wirklich um das Thema Reinigung Gedanken machen muss.
Und ja, eine Tasse muss sein, weil wer will schon Tee aus dem gleichen Gefäß trinken, aus dem man vorher Nudeln gesnackt hat?
Hygiene
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Pee rag | Läppie | 10 |
| Schaufel | Walk on | 22 |
| Bidet | Culo Clean | 11 |
| Kamm | gekürzt | 15 |
| Zahnbürste | gekürzt, 2 Stück | 20 |
| Zahnpasta | 30 | |
| Zahnseide | 4 | |
| Schwamm | Naturfaserschwamm | 10 |
| Waschmittel | Dr. Bronners | 50 |
| Gesamt | 162 |
Hygiene ist auf 3000 Kilometern (k)ein Nebenthema? Alles hier ist runtergekürzt, halbiert, abgesägt oder in Mini-Version dabei und auf das nötigste reduziert. Oder wie das Handtuch einfach weggelassen 😀

Elektronik
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Actioncamera | GoPro Hero | 87 |
| Stativ | GoPro Shorty | 65 |
| Systemkamera inkl. Kameragurt | OM Systems EM10 3 | 589 |
| Ladekabel Systemkamera | 116 | |
| Rucksackhalterung Systemkamera | pd | 73 |
| Schutztuch | K&F Konzept | 55 |
| SD Karte | 4 | |
| Kopfhörer | 16 | |
| Handy, inkl. Schutzhülle | Xiaomi 12 T Pro | 277 |
| Gesamt | 1282 |
Hier liegt mein größter innerer Konflikt der Packliste. Fast ein Kilogramm Kameraequipment, das wären umgerechnet wirklich viele Müsliriegel. Aber Bilder sind für mich mehr als Erinnerungen. Sie sind Teil dieser Reise. Daher starten wir mit vollem Setup und behalten uns vor, unterwegs radikal zu sein und das, was nicht passt, nach Hause zu schicken.
Notfall, Navigation und erste Hilfe
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Notfallsender | Garmin Reach Mini 2 | 112 |
| Erste Hilfe | Selbst zusammengestellt, inkl. Kit für Isomatten etc. | 350 |
| Gesamt | 462 |
Diese Punkte sind nicht natürlich verhandelbar. Notfallsender, Erste Hilfe, Reparaturset – das sind keine Gramm, das ist Verantwortung für sich selbst und muss ohne Frage in jedes Fernwandergepäck. Gerade auf einer so langen, teils abgelegenen Strecke ist das mehr als nur Gewichtsoptimierung.
Sonstiges
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Sonnenbrille | no name | 55 |
| Drybags | diverse | 100 |
| Geldbeutel* | GramXpert (plus Karten) | 20 |
| Moskitonetz | Sea to Summit | 17 |
| Wäscheleine | längere, Kordel, no name | 2 |
| Schlüssel | für die DNT Hütten | 18 |
| Gesamt | 212 |
Hier verstecken sich nochmal ein paar kleine Dinge, die man erst vermisst, wenn man sie nicht dabeihat. Mückennetz: 17 Gramm pure norwegische Lebensfreude. Wäscheleine: 2 Gramm Hoffnung auf trockene Klamotten. Die Wäscheleine ist auch ganz minimalistisch: Wird einfach im Zelt aufgehängt, und es gibt Sockenmobilé.


Fuchs

Kleidung
| Am Körper | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| T-Shirt | Merino, Devold | 160 |
| Weste | no name | 275 |
| Leggings | Addidas | 225 |
| Unterhose | Kunstfaser | 42 |
| Wandersocken | Icebreaker oder Stoic | 55 |
| Wanderschuhe | Trekkingschuhe (verschiedene) La Sportiva und Addidas | 740 |
| Kniebandagen | medizinisch | 230 |
| Trekkingstöcke | Leki | 545 |
| Schlauchtuch | Buff | 50 |
| Stirnband | Buff | 16 |
| Cap | bunt | 44 |
| Gesamt | 2382 |
| Kleidung im Rucksack (Schlafen) | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Longsleeve | langärmeliges Merino Icebreaker (M) | 255 |
| Leggings | lange Leggings Merino Icebreaker (M) | 210 |
| Socken | Wollsocken | 80 |
| Gesamt | 545 |
| Kleidungsstücke im Rucksack | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Regenhose | Vaude | 220 |
| Gamaschen | Urberg | 135 |
| Isolationsjacke | Patagonia (Daune) | 460 |
| Hardshell-/Regenjacke | Mountain Equipment Polypheme Jacke | 415 |
| Windjacke | Patagonia Houdini Jacke (M) | 105 |
| Windhose | Nalehko | 75 |
| Handschuhe | Odlo (dünn Fleece, schwarz) | 30 |
| Handschuhe | Wasserdicht, Forclaz | 50 |
| Campschuhe | Leguano Barfußschuhe | 350 |
| Mütze | Forclaz | 45 |
| Unterhosen (2x) | Wechselunterwäsche, Polyester | 84 |
| Socken | 2 Paar Wechselsocken (Icebreaker, Stoic) | 55 |
| Kompressionsstrumpf | medizinisch | 67 |
| Longsleeve | Dickes Apex Nalehko | 235 |
| Longsleeve | Wechselshirt, Merino, Icebreaker | 242 |
| T-Shirt | Wechselshirt, Merino, Icebreaker | 160 |
| Wasserdichte Socken | Sealskinz | 155 |
| Longsleeve | Alternative für tagsüber, falls das T-Shirt zu kalt | 180 |
| Gesamt | 2816 |
Warum das beim Fuchs alles so viel schwerer ist? Er ist nicht viel luxuriöser unterwegs, sondern einfach größer als ich – was automatisch mehr Stoff und somit mehr Gewicht bedeutet.



Big Four
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Innen- und Außenzelt | Big Agnes Copper Spur HV UL 3 | 1145 |
| Zeltstangen | Big Agnes Copper Spur HV UL 3 | 472 |
| Zeltunterlage | Für Big Agnes Copper Spur HV UL 3 | 275 |
| Heringe | verschiedene, 16 Stück | 240 |
| Isomatte | Evazote (in der Hälfte geschnitten) | 125 |
| Drybag | 13L Schlafsack Sea To Summit Packsack | 95 |
| Schlafsack | Marmot -3 | 1360 |
| Rucksack | Lundhags Padje 60 | 1170 |
| Rucksackliner | Deuter 70L | 125 |
| Gesamt | 5007 |
Hier merkt man, dass Größe Gewicht kostet. Mehr Stoff, längere Schnitte, längerer (=schwererer) Schlafsack. Vielleicht wird der Schlafsack aber noch in ein leichteres Modell (von Pajak?) getauscht. Dadurch würde er bei gleicher Wärmeleistung nochmal knapp 400 Gramm sparen.
Der Fuchs trägt das Zelt – wir teilen ein paar Sachen untereinander auf (siehe unten). Teamwork in Gramm gerechnet 😉

Kochen und Wasser
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Spork | Esbit, Gabel und Löffel | 28 |
| Plastikflasche | 2 x 1L | 30 |
| Wassersack | Hydrapak Seeker 3L | 97 |
| Kocher | Robens Gaskocher | 47 |
| Feuerzeug | no name | 35 |
| Gaskartuschenhalter | no name | 25 |
| Topf und Pfanne/Deckel | Keith Titanium Topfset (mit Tragenetz) | 312 |
| Windschutz selfmade | Alufolie | 25 |
| Handtuch | Lappen Microfaser | 15 |
| Tasse | Wildo Cup | 24 |
| Gesamt | 638 |
Elektronik
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Kopfhörer | 18 | |
| Ladegerät | Stecker und zweimal Kabel | 150 |
| Powerbank | Powerbank 10.000 mAh, biolite | 270 |
| Powerbank | Powerbank 20.000 mAh, biolite | 482 |
| *Handy, inkl. Schutzhülle | Xiaomi 10 Pro | 254 |
| Gesamt | 1174 |
Kocher, Topfset, Powerbanks – hier liegt viel Gemeinschaftsgewicht. Ohne warmes Essen gibt es einfach kein gutes Fjell-Leben, also weniger geht hier für uns nicht. Und ohne Strom keine Navigation, keine Fotos, kein Kontakt nach Hause. Also müssen auch die Powerbanks beide mit. Aber zwei Powerbanks sind kein Luxus, sondern Planung und Sicherheit. Gerade im hohen Norden mit vielen Tagen fernab von Steckdosen wollen wir nicht rationieren müssen, wenn es um Sicherheit oder Kommunikation geht.
Sonstiges
| Item | Marke | Gewicht (in Gramm) |
| Sonnenbrille | no name | 48 |
| Drybags | diverse | 100 |
| Geldbeutel* | GramXpert (plus Karten) | 24 |
| Moskitonetz | Sea to Summit | 17 |
| Kopfleuchte | Petzl | 74 |
| Gesamt | 295 |



Was gibts sonst zur Packliste zu sagen?
Gemeinsam Getragenes: Beziehungslogistik
Den Hygienebeutel trage ich. Ebenso Notfallset und Navigation. Und dann ist da noch die Kamera. Fast ein Kilogramm. Ein ganzes Kilo! Das ist ein ganzer Tag Essen. Oder ein halber Winterkomfort. Oder die Hälfte unseres 3-Personen-Zelts. Muss man sich also schon genau überlegen.
Daher haben wir auch echt lange darüber diskutiert, ob wir sie wirklich fast 3000 Kilometer durch Norwegen schleppen wollen. Und ehrlich? Ganz sicher sind wir immer noch nicht. Aber eine gute Kamera macht aus Erinnerungen Bilder, die bleiben. Sollte sie unterwegs zur Last statt Freude werden, darf sie auf halber Strecke nach Hause – wo sie dann vermutlich beleidigt auf einer Fensterbank sitzt und trauernd auf unsere Rückkehr wartet.
Die beiden Isomatten teilen sich einen Pumpsack für den Transport und wohnen ebenfalls bei mir im Rucksack. Das spart uns die einzelnen Packsäcke – ganze 7 Gramm! Ultralight-Euphorie at its best.
Im Gegenzug dafür trägt der Fuchs das komplette Zelt sowie beide Powerbanks. Teamwork makes the dream work.
Gesamtgewicht
| Gruppe | Elster | Fuchs |
| Kleidung | 1990 498 1917 | 2382 545 2816 |
| The Big Four | 2978 | 5007 |
| Kochen und Trinken | 202 | 638 |
| Hygiene | 172 | 0 |
| Elektronik | 1282 | 1174 |
| Notfall, Navigation und Erste Hilfe | 462 | 0 |
| Sonstiges | 212 | 295 |
| Gesamt zu Tragen (ohne Kleidung am Körper) | 8083 | 10475 |
Inhalt der Versorgungspakete
Einiges an Ausrüstung benötigen wir noch nicht zu Beginn der Reise. Entweder, weil es noch nicht so kalt sein wird. Oder, weil es nachts im hohen Norden im Sommer nicht dunkel ist – wer braucht da schon eine Kopfleuchte, wenn es quasi rund um die Uhr hell ist?
Wir müssen uns für die Entfernung von knapp 3000 Kilometern insgesamt jeweils vier neue Paar Schuhe zuschicken, da die Trailrunner nur ca. 500-700 Kilometer schaffen. Wir schicken also Schuhe durch die Gegend wie andere Leute Geburtstagskarten… Damit steht fest, dass wir insgesamt vier Pakete verschicken müssen. Die sind dann in etwa mit Folgendem ausgestattet:
| Paket | Item |
| Paket 1 (bei ca. 500 Trailkilometern) | Elster: neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, neue Schlafsocken Fuchs: neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, neue Schlafsocken Ganz viele Snacks. |
| Paket 2 (bei ca. 1100 Trailkilometern) | Elster: ein neues Longsleeve und ein neues T-Shirt für unterwegs/tagsüber, neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, neue Schlafsocken, neues Bustier Fuchs: neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, neue Schlafsocken Midt Norge Karte Noch mehr Snacks. |
| Paket 3 (bei ca. 1600 Trailkilometern) | Elster: Pufferrock für mehr Wärme, neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, Kopfleuchte Fuchs: Pufferhose für mehr Wärme, dickeres Buff, neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, neues Longsleeve und neues T-Shirt für unterwegs/tagsüber Zweites, dickeres Quilt: Ich gebe dann das dünnere Quilt von Pajak an den Fuchs ab und nutze ab dann mein Sea To Summit Ember -1 Quilt als Zusatz zu meinem Schlafsack. Dann habe ich es nochmal dicker, und der Fuchs bekommt eine weitere Schicht. Karte Nord Norge Proviant (und Snacks) für 9 Tage! |
| Paket 4 (bei ca. 2100 Trailkilometern) | Elster: Pufferrock für mehr Wärme, neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, dicke Schlafsocken, neues Bustier, dicke Handschuhe, neues Longsleeve, neues T-Shirt Fuchs: Pufferhose für mehr Wärme, dickeres Buff, neues Paar Schuhe und zwei neue Paar Socken, dicke Schlafsocken, dickere Schlafsachen, dicke Handschuhe Noch viel mehr Snacks. |
Die Versorgungspakete sind unser strategischer Joker. Statt von Anfang an mit Winter-Setup zu starten, staffeln wir die Ausrüstung entlang der Strecke. Zudem wollen wir lieber unsere Ausrüstung schicken, als vor Ort spontan Neue kaufen zu müssen. So kennen wir unsere Ausrüstung und wissen, dass wir damit zufrieden sind.
Mit der neuen / dickeren Ausrüstung werden unsere Rucksäcke natürlich etwas schwerer zum Ende der Tour. Aber so schleppen wir zumindest nicht die gesamte Zeit schon das schwere / dicke Setup. Wir hoffen, dass wir mit den Temperatureinschätzungen auch einigermaßen richtig liegen 😉
Für die warme „Winter“-Packliste komme ich auf dann insgesamt 8.731 Gramm und der Fuchs auf 11.268 Gramm.

Hinter den Kulissen 😉
Tja, am Ende steht da eine Zahl. 7.623 Gramm bei mir. 10.375 Gramm beim Fuchs. Leicht? Ja, geht so. Ultralight ist das nicht, aber das muss es auch nicht. Und trotzdem haben wir – außer bei der Kameraausrüstung – nur die für uns wirklich nötigste Ausrüstung dabei, sodass wir uns auch wohlfühlen. Wir haben echt Einiges von der Packliste gestrichen, um das Rucksackgewicht (ohne leichtsinnig zu werden) möglichst gering zu halten.
Auch wenn das Rausstreichen teilweise schmerzhaft war, fühlt es sich jetzt nach einem Setup an, mit dem wir vier bis fünf Monate draußen überleben können – ohne nachts zu frieren oder uns selbst zu verfluchen. Hoffen wir’s mal 🙂
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2 Kommentare zu „Norge på langs Packliste: Leichte Ausrüstung für 3000 km Norwegen“