Endlich wieder für ein paar Tage am Stück Wandern 🙂 Zum Testen unserer neuesten Ausrüstung, insbesondere unserem neuen Zelt, dem Big Agnes Copper Spur HV UL3 <3, schien der Pfälzer Wald bei frühlingshaften Temperaturen mit angesagtem Wind, Regen, aber auch Sonnenschein genau das Richtige.
Trekkingplätze: Was soll das sein…?
Trekkingplätze sind Plätze, auf denen man, meist im Wald, naturnah und legal zelten darf. In der Regel können bis zu vier Zelte an einem Platz aufgeschlagen werden, sprich man hat den Platz dann natürlich nicht für sich allein – was aber teils auch ganz schön sein kann 🙂 Es gibt in der Regel keine Wasserquellen (mehr dazu unten), dafür aber eine gemeinsame Lagerfeuerstelle (darf nur benutzt werden wenn keine Waldbrandgefahr besteht) und eine Komposttoilette. Mehr braucht’s für Wandererholung und Waldbaden auch nicht 🙂
Die Plätze sind auch kostengünstiger als Campingplätze, oder andere Unterkünfte. In der Pfalz haben wir zu zweit 18 EUR pro Nacht gezahlt. Also Übernachtungskosten für 6 Tage: 90 EUR. Das geht 😉





Das Angebot von Trekkingplätzen in Deutschland ist leider ziemlich begrenzt. Eine gute Übersicht zu Trekkingplätzen findet man bei TrekkingTrails. Wenn man eine solche Trekkingtour plant, sollte man daher so früh wie möglich buchen.
Wildzelten, also einfach so irgendwo das Zelt aufstellen, ist in den meisten Ländern Europas nicht erlaubt. Es mag ein paar Ausnahmen geben; den Aufwand sich damit genauer auseinanderzusetzen habe ich mir bisher nicht gemacht. Und klar, man könnte natürlich auch trotzdem irgendwo einfach das Zelt aufschlagen und hoffen, dass in der besagten Nacht niemand vorbeikommt (Förster*in, Jäger*in…). Aber ich weiß, dass ich dann nicht ruhig schlafen könnte. Und für solche Leute wie mich sind die Trekkingplätze eine super Alternative, um eben auch mal gemütlich im Wald das Lager aufzuschlagen.
Wie plant man eine Trekkingtour im Pfälzer Wald?
Wir haben uns über die Trekkingplatz Website die Plätze rausgesucht, die in relativ guter Entfernung zueinander lagen (10 bis 25 Kilometer), und die noch frei waren. So kamen wir dann auf eine Tour von ca. 110 Kilometern für sechs Wandertage. Wir wollten wie folgt laufen:
- Tag 1: Vom Bahnhof Bad Bergzabern eine kurze Runde von 9 Kilometer zu Platz 1
- Tag 2: Vom Platz 1 eine relativ gemütliche Wanderung von 15 Kilometern nach Vorderweidenthal mit knapp 400 Höhenmetern zu Platz 2
- Tag 3: Hier sollte es hauptsächlich durch Wälder gehen, durch Lindelbrunn und Darstein, anschließend mit Einkehr im Wanderheim Dicke Eiche und schließlich zu Platz 15mit ca. 17 Kilometern
- Tag 4: Durch Hauenstein und Wilgartswiesen aus sollte es in etwa 23 Kilometern mit 780 Höhenmetern zu Platz 5 bei Eußertal gehen.
- Tag 5: Am vorletzten Tag wollten wir vom Eußertal bis nach hinter Annweiler am Trifels zu Platz 3 wandern und uns hier noch die Burgen am Trifels anschauen. Dabei wollten wir 22 Kilometer und 670 Höhenmeter zurücklegen.
- Tag 6: Am letzten Tag ging es von Annweiler am Trifels am Wald entlang direkt bis nach Bad Bergzabern und mit dem Zug zurück in die Heimat.





Für die Planung der Wanderungen habe ich mich an den Tourenvorschlägen auf deren Website orientiert und diese anschließend auf komoot heruntergeladen. Dort habe ich die Touren dann noch ein wenig unseren Bedürfnissen angepasst, und mir auch die jeweiligen Wasserquellen markiert.

Wo bekomme ich bei einer Trekkingplatz-Tour Wasser her, wenn ich nirgends einkehre?
Stichwort Wasser: Wir sind bei unserer Tour nur einmal eingekehrt, ansonsten waren wir die kompletten Tage draußen. Daher gab es keine Möglichkeit, Wasser einfach in einer Unterkunft aufzufüllen, da es bei den Trekkingplätzen eigentlich keine Quellen (und schon gar keinen Wasserhahn) gibt. Aber wie geht denn das eigentlich?
Ich habe im Vorfeld alle Wasserquellen an unserem geplanten Weg markiert (Quellen, Flüsse, Bäche, Brunnen,…). Meine liebste Quelle sind aber tatsächlich Friedhöfe, da es hier immer einen Wasserhahn gibt, aus dem häufig sogar Trinkwasser fließt.
Nichtsdestotrotz würde ich immer Filtern, man weiß ja nie, wie alt die Leitungen sind. Zum Filtern habe ich eine Holzfaserfilter von Origin Outdoors. Wenn ich aus sonstigen Quellen Wasser entnehme, werfe ich auch mal eine Micropur Tablette hinterher, um ganz sicher zu sein. Magendarm beim Trekking (siehe Modul 2 aus meiner Outdoor & Trekking Guide Ausbildung) muss ja nicht sein.
Da wir auf unserer Tour somit jeden Tag an Wasser kamen, mussten wir nie mehr als 2,5 Liter Wasser tragen, wodurch das Wandern nicht allzu schwer gewichtstechnisch war.
Und wie läuft sich so eine Trekkingtour dann?
Am ersten Tag waren wir natürlich noch nicht so eingelaufen. Daher versuche ich auch immer, die erste Etappe mit etwas weniger Kilometern zu planen. Dann kommt man leichter rein, als wenn man sich direkt von Beginn an die 25 Kilometer vornimmt. Die nächsten Tage hatten wir dann ein paar mehr Kilometer vor uns.
Wir sind morgens meist etwas gemütlicher unterwegs und startet dann gegen 8:30/9:00 Uhr, und machen eine längere Mittagspause zum erholen der Beine und Füße. Bei 20 Kilometern kommen wir etwa zwischen 15:00/16:00 Uhr am Camp an, bei vielen Höhenmetern vielleicht auch mal einen Moment später 😉
So kann man dann die Zeit im Camp noch gut nutzen, sich austauschen, gemütlich kochen, und wir hatten genug Zeit, unser neues Zelt auszutesten, zu schauen wie wir was packen wollen, und und und 🙂 Grundsätzlich sind wir im Pfälzer Wald wie im Green Tunnel gelaufen,






Eine Trekkingtour im Pfälzer Wald kann ich daher auch gut für Wandereinsteiger empfehlen. Die Planung ist relativ einfach, da es viel Material bereits gibt, die Kosten sind sehr gering und man kann auf eine gute Infrastruktur zurückgreifen, auch wenn man die Zivilisation zwischendurch ganz vergisst 😉
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